Freitag, 4. Mai 2012

Frauen die Computer spielen...

... machen mittlerweile fast die Hälfte aller Computerspieler aus. Und mit fast die Hälfte meine ich 40%. Nachlesen kann man das zum Beispiel bei der esa hier . Das sind zwar amerikanische Erhebungen, aber die übernehmen wir jetzt einfach mal für ALLE! (bin heute mal wieder aufmüpfig). Also, nachdem alle 40% der Spieler weiblich sind, stellt sich mir und vielleicht auch anderen die Frage, warum sind diese Spielerinnen scheinbar weniger aktiv bezüglich Blogs, Podcasts, Medienkonsum zu Games, besuchen weniger Spielemessen etc. Zumindest stellte mir diese, oder eine ähnliche grob irgendwie aus dem Zusammenhang gerissene Frage, ein freundlicher Podcaster. Der suchte etwas verzweifelt eine arme weibliche Seele, die sich erbarmen würde über ein Spiel zu podcasten.

Da sich keine andere fand Aufgrund meiner überwältigenden Eloquenz wurde ich trotzdem selbstverständlich eingeladen.



Warum mischen Frauen so wenig bei Computerspielthemen mit?
Ich sag euch eins:

Ich weiß es nicht! 
(ich bitte euch, das ist ein Blog, was denn sonst?)


Aber ich habe Vermutungen...

1. These: Frauen spielen mehr Kram.
Kram wäre für mich das ganze Handy und Facebook Zeugs, Farmeramarara hier und CityVille da. Möchte man darüber wirklich mehr in Zeitschriften/Podcasts/Blogs erfahren? Berührt es einen wirklich so sehr, dass man darüber gerne sprechen möchte? Die Antwort ist suggestiv also spare ich sie mir.
Ich meine mich zu erinnern, dass bei den Sims der Spielerinnenanteil sogar bei 60% liegt, vielleicht ließe sich zu diesem Spiel eher die weibliche Mitteilungswut hervorlocken.
Ob dem wirklich so ist, dass Frauen mehr Kram spielen? Bitte her mit den Studien, Interviews und Umfragen! (Kenne keine Links und bin zu faul um länger als 4 Minuten zu suchen freue mich über Infos)

2. These: Frauen konsumieren, Männer agieren
Allein die These macht schon wütend oder? Immer diese blöden Spaltungen, Männer sind ja so und so und Frauen sind ja so und so. Die augenscheinlichen Geschlechterdifferenzen können sicherlich nicht im inneren Wesenskern des Menschen festgemacht werden, dafür sind die Unterschiede zwischen Gesellschaften, Kulturen und den einzelnen Generationen einfach zu groß. Natürlich gibt es einige biologische Unterschiede, die sich zwangsläufig auch auf das Verhalten auswirken wie z.B. der Hormonspiegel, der sich bezüglich Testosteron auf der einen Seite und PMS auf der anderen Seite einfach nicht schönreden lässt. Echt nicht... Lässt Testosteron also Männer podcasten? Natürlich quatsch. Ich glaube dennoch, dass Männer in Bezug auf ihren Medienkonsum (TV+Spiele) mehr agieren, sprich Rezensionen verfassen und sich untereinander austauschen, aber das liegt sicher nicht im Wesen "des Mannes" oder "der Frau" (oder glaubt ihr, Männer haben ein größeres Mitteilungsbedürfnis?), sondern an der Sperrigkeit der Kommunikationsmedien. Führt mich zu These 3, in der das Internet die Schuld hat.

3. These: Internet ist schuld.
a) Privatheit
Simpel: die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann wegen seines Blogs und der Veröffentlichung seines Profilfotos blöd angemacht wird, ist einfach geringer. Frauen (wüste Behauptung) gehen viel sensibler mit ihren privaten Daten um. Die Hemmschwelle einen Blog einzurichten ist größer. Stark anonymisierte Blogs hingegen kommen bei weitem nicht so gut an, wie Blogs mit echten "Profilen".
b) Grüppchen
Auch am Internet geht die Grüppchenbildung nicht vorbei. Twitter, Facebook, Blogs, oftmals sind es immer die selben, die Kommentare posten und mitmischen. Dann wiederrum die selben, die die Artikel verfassen und wieder von den selben kommentiert werden. "Mann + ~2 Frauen" kennen sich untereinander, gehen auch mal auf den anderen ein, etc. Ich gehe einfach mal von meinem sehr begrenzten Wissen bezüglich Gamingseiten aus. Ich recherchiere nicht stundenlang im Internet nach neuen Seiten/Blogs und informiere mich auch nicht stündlich über die Blogger- oder Podcastszene. Habe da so meine paar Lieblinge, beobachte aber auf allen Seiten die selben Phänomene. Ich denke die Hemmschwelle da einfach mitzumischen ist groß. Man merkt das "Eingeschworene" an jeder Ecke. Bei den Podcastern oft die selben in wechselnden Zusammensetzungen, zwar wird schon regelmäßig jemand neues eingeladen, aber dass es eine Frau ist, ist wie in diesem löblichen Fall wirklich sehr selten (nehme Beweise für das Gegenteil sehr gerne entgegen). Ich attestiere jetzt einfach Männern im großen und ganzen eine geringere Hemmschwelle bezüglich "auf neue Menschen zugehen" als Frauen. (übrigens hier ein interessanter Artikel von Antje Schrupp "Das Märchen von den schüchternen Frauen") Ich denke dennoch, die Männer haben es unter Männern einfacher, ihren Senf abzugeben als Frauen. Selbst ich, als im Wesen zwar wirklich schüchterne Person, bei bestimmten Themen aber überraschend extrovertierte Labertasche, habe da arge Schwierigkeiten.
c) Anmachproblematik
Heute mal aus der anderen Perspektive: Stelle es mir für einen Mann schwer vor, auf eine Frau zuzugehen und zu sagen: "Ah, du interessiert dich für Games, kannst du was? Dann schreib mal was, sag mal was, erzähl doch mal." Einfach aus dem Grunde, weil SIE denken könnte, sie wird vielleicht schräg von der Seite angemacht. Und was mag die Freundin dieses armen Tors denken? "Baggert der da etwa Tussies an?" Vielleicht (!) nicht immer einfach.
Und die Frauenperspektive? Sehe ich weniger Probleme, aber bin da auch wirklich abgehärtet mit den Jahren. Bin keine 20 mehr, verheiratet, habe Familie und meine MMO Zeiten sind vorbei. Als ich 2000 mit MMO´s angefangen habe, war es wirklich noch etwas "schlimmer".Wie es für eine 20 jährige wohl jetzt sein muss? Bist du 20 und weiblich, schreib mir mal wie das so ist :)
d) Trollgefahr
(no more words)

4. These: Frauen haben auch andere Hobbies
Vielleicht die Hauptthese? Ich glaube, Frauen spielen weniger exzessiv, interessieren sich neben der Ballerei auch für anderes. Oder von wie vielen Mädels im Teeniealter habt ihr gehört, die sich regelmäßig (!) untereinander treffen um bei der Kumpelin COD oder xyz zu spielen? Glaube es scheitert auch allein daran, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ihre beste Freundin Battlefield 3 spielt, einfach geringer ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie lieber shoppen geht als Hobby, ist größer. Und das hat nichts damit zu tun, dass Frauen weniger leidenschaftlich spielen würden! Auch ich bin nachts um 4 Uhr aufgestanden um Hibernia zu verteidigen oder blindlings in Midgard in meinen digitalen Tod zu rennen. Aber, ich muss danach nicht stundenlang in Foren sitzen und darüber debatieren, weil in der Zeit bin ich vielleicht im Kino, bin einkaufen, und freue mich einfach auf den nächsten Nachtraid. In MMOs, in denen die Frauenquote auch wirklich hoch ist, sind die ganzen verrückten die nachts noch grinden und leveln und machen und tun: Männer. Sie betreiben es viel exzessiver, angetrieben durch den Konkurrenzgedanken? Durch Ehrgeiz? Sucht? (Irgendwann mal wirklich eine Studie gelesen, die Männern größere Suchtanfällig für Computerspiele attestierte.) Wüste Theorien, ich habe keine Ahnung!

Um die letzte These zusammenzufassen: Ich glaube, Männer spielen Videospiele. Frauen spielen AUCH Videospiele. Habe mich auch gefragt, wie hoch wohl der Leseranteil von Frauen bei Computerspielzeitschriften wie Gamestar ist. Habe per Twitter bei GS mal kurz angefragt, aber leider gar keine Antwort bekommen. Ob sie es nicht wissen oder einfach nicht sagen wollen: Keine Ahnung. Schade, auch hier war ich zu faul freue ich mich über Infos! :) Vermute einfach mal, dass der prozentuale Frauenanteil geringer ist, als der tatsächliche Spielerinnenanteil von 40%. Wobei es hier auch noch interessant wäre zu unterscheiden zwischen den Käuferinnen und den Mitleserinnen, die bei Papa oder Mann/Freund einfach mal mit reinlesen in eine Computerzeitschrift. Auch ich habe mal als Mitleserin, hach damals noch Amiga Joker (erinnert sich jemand an die "Postkarten"?), angefangen.

Im übrigen habe ich den Eindruck, dass die wenigen Bloggerinnen und Redakteurinnen krampfthaft versuchen sich NICHT von den Männern abzuheben. Aus Angst vor mangelndem Respekt? Warum auch immer, aber ich find es ist eine vergebene Chance. Rezensionen/Kolumnen/etc. könnten so auch mal aus einem anderen Blickwinkel geschrieben werden.  (Eigenes Thema, artikelwürdig)

Hach und Ach, es gäbe so viel mehr dazu zu sagen, bin nur nicht sicher, ob selbst ich das Lesen wollen würde! :)

Nachtrag 06.05.12: Mir wurde per Twitter zugetragen, dass Gamersglobal gestern eine Userumfrage veröffentlicht hat. Interessant für mich ist natürlich der Anteil der Gamersgloballeserinnen und der liegt sage und schreibe bei 3%. Autsch. GG hin oder her, ich selbst lese die Seite nicht, aber 3% sind wirklich sehr dürftig! Einerseits erstaunlich, andererseits auch traurig, dass so wenig Frauen an der Gestaltung gamesbezogener Inhalte teilnehmen, denn nur so können sie auch ihre Interessen vertreten. Wo kein Kläger, da kein Richter. Leider auch bezogen auf extremen Sexismus in Spielen, um mal ein Beispiel zu nennen. 

ENDE!

Disclaimer: Wie ihr unschwer gemerkt habt, handelt es sich hierbei um wilde (Verschwörungs-)Theorien, meine offenen Gefühle und Gedanken. Habe versucht etwas zu systematisieren und bin doch gescheitert. Habe noch einige Thesen mehr, aber langsam artet das aus.
PS: Solltest du dich an dem Wörtchen "ich" in Blogs stören...
PPS: Mein Lieblingsblog ist übrigens Polyneux.




Kommentare:

  1. Danke dafür, Jagoda!

    Ich versuch mal auf die Thesen einzugehen aus meiner Perspektive:

    1. Frauen spielen mehr Kram
    stimmt...irgendwo. Viele Frauen spielen Sims "und sowas". Ich glaube, sie spielen bestimmt auch andere Sachen. Die Mutter eines guten Freundes ist zum Beispiel sehr aktiv in der deutschen Sims-Community, erstellt selbst Gegenstände und schreibt darüber in Foren.

    Ganz ehrlich? Darüber würde ich sehr mehr erfahren. "Kram" muss ja nicht negativ sein (ganz im Gegenteil, ich mag es nicht, wenn "Casual Games" als unwürdig abgetan werden, das sind sie nicht...nagut, manchmal sind sie das, aber...you know?).

    Die wundertolle Autorin Jenn Frank hat z.B. neulich über das 90s Spiel Creatures geschrieben und wie es ihre Einstellung zum Mutter-Sein geprägt hat. Leigh Alexander (auch so ein Vorbild von mir) kann genauso gut Business-News verfassen wie persönlich über sexuelle Belästigung und den Druck die go-to "Frau im Spielejournalismus" zu sein.

    All das interessiert mich. "Kram" ist super! Aber vielleicht ist es ja der Eindruck, das es eben nicht so ist, der viele Frauen davon abhält, sich darüber mitzuteilen. Wenn Kram < Call of Duty, dann brauchen wir nicht darüber reden. Das ist schade

    2. Männer agieren, Frauen konsumieren

    Gefährlich. Würde ich auch abstreiten, aber vielleicht liegt es da eher an den Strukturen. Es gibt sowieso zu wenige Frauen im Journalismus, bzw. zu wenige Frauen in leitenden Positionen im Journalismus. Bei Spielekram ist das noch härter. Es kann gut sein, dass der Eindruck entsteht, weibliche Stimmen/Meinungen/etc. als ernstzunehmende Journalisten wären nicht erwünscht.

    3. Das Internet ist schuld

    So much yes. Und das ist ebenfalls sehr traurig.
    Wie können wir das besser machen?

    4. Frauen haben auch andere Hobbies

    (Ohmeingott, Gamersglobal. Ogottogott)

    Hmmm. Männer haben auch andere Hobbies. Ich glaube, das ergibt sich vor allem wenn man mal aus der Schulzeit oder vllt auch Studienzeit raus ist. Ich interessiere mich selbst für Literatur, Musik, Film, Fernsehen, Politik etc. pp. und ich mag es nicht, wenn Leute nur fokussiert sind auf ein Thema. Breitere Interessen helfen.

    Insofern...wenn es stimmen sollte, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in Freizeitgestaltung gibt (was ich nicht glaube), dann möchte ich umso mehr Artikel, Podcasts, Videos über Spiele von Frauen sehen, lesen, hören.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke für deine ausführliche Antwort und deine Perspektive Dennis! Spannend die Resonanz und auch ein wenig überraschend.

      Zu 1.
      Kram ist in der Tat, sofern damit Casual und Social Games (nicht zb. Sims) gemeint sind, leicht (!) negativ konnotiert. Ich würde wohl nie behaupten, dass das alles schlechte Spiele sind, auf keinen Fall. Aber ich halte viele dieser Spiele für defizitär. (Mögliche Beispiele: Komplexität, Dauer, Grafik, Tiefgang)Zumindest im Vergleich zu vielen (nie allen) Vollpreistiteln. Aber das ist eine Diskussion die ganz sicher schon 100 mal an anderer Stelle geführt wurde und in der ich nicht mehr als nur "Ahnungen" habe. Eine Ahnung dahin ist eben, dass man ungern noch mehr darüber erfahren möchte. Dass man ungern darüber bloggen möchte. Dass man ungern darüber schreiben möchte, eben weil sie oft so "flach" sind oder die selbe Taktik (Browsergame) reicht um die nächsten 2 Jahre damit gut zu fahren. Kurz: sie haben absolute Daseinsberechtigung und machen auch Spaß, aber bringen mich nicht zum lesen/schreiben darüber.

      Das mit der Sims-Community finde ich super und brachte mich auf den Gedanken, dass die Frauen vielleicht doch nicht so schrecklich inaktiv sind, wie ich glaube. Vielleicht liegt es wirklich nur am "richtigen" Spiel und all die tollen Sims-Podcasts entgehen mir nur, weil sie nicht in meinem Wahrnehmungsspektrum liegen.

      Zu 2.
      Liegt ja, wie ich vermute, an 3. Und deine Frage? Tja... gute Frage.

      Zu 4. Würde trotz vieler Gegenbeispiele daran festhalten. Habe in meinen MMO-Jahren keine Frau erlebt, die so dermaßen abgestürzt ist wie viele Männer. Glaube wirklich, sie betreiben das Gamehobby oft exzessiver und rutschen daher auch leichter mal ab.

      Der Artikel von Jenn Frank ist wirklich großartig und ich stimme dir zu, ich würde gerne sehr viel mehr in dieser Art lesen.

      Löschen
  2. Ich weiß es auch nicht, aber um ehrlich zu sein, ist es mir auch ziemlich egal. Ich vermisse keine "Spielekameradinnen" und ich denke auch nicht "oh, ich lerne gerade eine andere Frau kennen, die gerne spielt". Ich denke ja im Gegenzug auch nicht "oh, ich lerne gerade einen Mann kennen, der auch gerne spielt".

    Warum sucht jemand eine Frau, die dies und das gerade oder gerne spielt? Ich verstehe es nicht, mal wieder, wie so vieles. :) Warum sucht man nicht einfach JEMANDEN, der dies und das gerne spielt? Es soll doch schließlich um das Spiel gehen, oder nicht? Wenn nicht, dann habe ich wohl was verpasst. Es gibt halt Spieler und Spielerinnen, es gibt doch nichts langweiligeres als sich über die jeweilige Anzahl den Kopf zu zerbrechen. Eine Frau drückt den A-Button oder WASD sicherlich nicht anders als ein Mann und das "Warum tut sie das?", ist ja offensichtlich: Sie mag es einfach.

    Sollten die Damen mehr über ihr Hobby sprechen/schreiben? - Klar, ich erwarte da aber keine anderen Perspektiven, weil ich diese nicht wirklich auf das Geschlecht beziehe. Aber ich lache häufig über Männerhumor in Spielen. Wenn ich auf Hintern oder Brüste starren kann und weiß, das hat ein lustiges Männlein in erster Hinsicht für ein anderes lustiges Männlein programmiert, ja, dann lache ich schonmal sehr laut darüber. Nicht, weil ich 'ne Frau bin. Sondern eher, weils irgendwie ein wenig süß primitiv ist. ^^

    Und zu guter letzt: Schön dich zu treffen. KameradIN. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Auch dir danke für deine ausführliche Antwort, toll eine Meinung einer aktiven "Schreiberin" zu lesen. :)

      Zu deiner Ausgangslage: Wir könnten ja mal Marcus fragen, warum er ausgerechnet eine Frau gesucht hat? Er wird schon seine Gründe gehabt haben, und sei es nur um einfach mal eine weibliche Stimme zu haben, die Abwechslung reinbringt ins sonore Männergedudel?

      Und deine kurze Anekdote über Männerhumor ist doch lustig, du empfindest das als "süß primitiv" und ich seh das oft ganz ähnlich. Und ich glaube, das ist auch die andere Perspektive die oft gemeint ist und die ich meine. Würde gerne mehr darüber lesen. Ich suche zwar vielleicht keine aktive Spielfreundin, aber eben doch eine, die auch aus ihrer Sicht Spiele beurteilt. Das muss zwangsläufig natürlich nicht anders sein, aber kann. Denn, da unterscheiden wir uns wohl eindeutig, ich glaube es gibt sehr wohl Unterschiede darin wie Frauen wahrnehmen/schreiben/denken. Sei es aus biologischen Gründen, soziokulturellen oder "weiß-der-kuckuck-Gründen". Und mag sie noch so sehr ihr Leben lang nur von Männern umgeben gewesen sein, irgendwas ist anders. Ich glaube das kann man nicht wegreden... Ausnahmen bestätigen die Regel wie so oft.

      Und Artikel die "anders" sind, sind an sich schon mal lobenswert. :)

      Löschen
  3. Als Anregung. Vllt könnte es für dich ausschlussreich sein, sich zum Beispiel mit der Person hinter HoneyballLP in Verbindung zu setzen. Sie scheint ja ne relativ aktive Let-Playerin zu sein. Gehört ja auch in die Sparte: agieren.

    AntwortenLöschen
  4. Über das Thema denke ich auch ziemlich oft nach – Frauen und Computerspiele. Obwohl ich mir immer noch nicht sicher bin, wie man als Frau eigentlich einen explizit weiblichen Gamerblog führt – mit Herzchen und Sims -Klischee, weil ansonsten ist das ja wieder nichts anderes als der von den männlichen Kollegen. Und wozu dann überhaupt noch?

    Bei meinen Mentalanalysen bin ich zu folgender Erkenntnis gelangt:

    1. Nur wenige Frauen würden sich als Gamer bezeichnen. Dem Begriff haftet einfach ein ziemliches Schmuddelimage an (“Gamer stinken”). Außerdem spielen Mädchen nicht, das ist nämlich Zeitverschwendung. Ich spreche aus Erfahrung, die meisten meiner Freundinnen sind nämlich keine Spieler und betonen das mit der Zeitverschwendung sehr vehement! Was sehr schmerzt – ich bin nämlich SpielentwicklerIN.
    Interessanterweise sieht man sie aber oft auf dem Handy oder Facebook “Kram” daddeln. Okay, das ist eben kein Spielen, sondern….

    2. Es gab mal eine Zeit, da waren wir alle Gamer. Im Kindergarten waren alle kleine Nintendo-Cracks und haben unabhängig von ihrem Geschlecht Street Fighter, Fußball, Mario, Zelda, Metroid, etc. gespielt. Ich weiß nicht, ab welchem Alter sich die meisten Mädchen abgewandt und etwas sinnvolleres gemacht haben. Jungs haben gespielt (“Zeitverschwendung”) und viele Mädchen hatten dafür interessanterweise keine Hobbies mehr als Schminken und Disco. Davon abweichende Individuen waren immer etwas sonderbar.
    Jungs/Männer sind und bleiben eben die Spielkinder, während es Mädchen zugeschrieben wird, still und vernünftig zu sein. Das ist die üble Genderfalle: Schreist du als Mann: “Scheiße” bist du irgendwie verrückt und cool. Bist du als Frau laut und durchsetzungsfreudig, ist das meistens irgendwie abartig und so unfeminin. Weswegen viele Frauen dann auch eher konsumieren und brav sind. Während Männer eher zu Extremen neigen, die sie dann auch ausleben. Das ist ein ziemliches Klischee, trifft aber auf viele Frauen und Männer, die ich kenne, ganz gut zu.

    3. Vom netten Nintendo, dass irgendwie für alle war, haben sich Computerspiele, zumindest in der westlichen Welt, ziemlich schnell ein Standartpublikum erschlossen: Pubertierende Jungs. Und auf die wurden Spiele auch angepasst. Noch so ein Grund, weshalb es total peinlich ist, sich als Gamer zu bezeichnen. Tiefergehende Inhalte sucht man vergeblich und die meisten Charakterdesigns (Nacktelfen) und Settings (Weltkrieg, Sci-Fi) sind doch sehr stark auf die Vorlieben einer (vermeintlichen) Zielgruppe ausgerichtet.
    Glücklicherweise ist das sehr stark im Wandel. Frauen sollen als Zielgruppe wieder erschlossen werden, dank Wimmelbild, Colour Matching und Social Gaming – Kram halt. Das nervt zwar und ist total klischeehaft, aber wenigstens rutschen viele Leute so ins Spielen hinein.
    So kann man die Hoffnung haben, dass sie Sache mit dem Spieleentwickeln auch bei Mädchen Begeisterung auslöst, weil es mehr Mädels gibt, die spielen. Und weil mehr Frauen Spiele machen und dafür Sorgen, dass die Inhalte nicht so einseitig sexualisiert sind (“Mehr nackte Männer!” haha), werden auch mehr Mädels gefallen dran finden. Circle of Gaming. So weit meine Theorie.

    Ich glaube übrigens darin auch den Grund zu erkennen, weshalb mehr Frauen Kram spielen (tolle Genredefinierung!): Denen fehlt einfach die Erfahrung. Wem die Spielpraxis fehlt, der greift eben erst mal zu Kram, anders kommt man in die üblichen Mechanismen gar nicht rein. Obwohl die meisten richtigen Spiele auch immer mehr zu Kram werden, um sie zugänglicher zu machen…

    Ich bin übrigens ganz, ganz großer Witcher-Fan und habe alle Sexkarten gesammelt! Ich kann so was zwar bashen, aber auch ganz gut ignorieren, wenn der Rest stimmt. Und Geralt ist ja auch ganz schick….

    AntwortenLöschen
  5. Als wahrhaftige "Gamer(IN)" (eine der 40% yo! Auch wenn ich mich selber nie als Gamer(in) bezeichnen würde.. weil das irgendwie.. ka so ein wie Jana schon gesagst hat ein Begriff ist dem immer noch ein gewisses Schmuddelimage anhängt und außerdem ein TOTAL männlicher Begriff ist.. irgendwie.. find ich) habe ich einfach nicht das Bedürfnis im Internet überall rumzuposten "Guckt mal ich spiele PC/Konsolenspiele und bin weiblich!“

    Zum einen hat es niemanden zu interessieren ob ich nun Weiblich oder Männlich bin wenn ich irgendwo mein Senf dazugebe und zum anderen glaubt man einem gar nicht das man eine Frau ist wenn man z.B. in einem Forum postet! Mir fallen viele Momente ein, in denen ich z.B. doch mal angemerkt hab dass ich nicht „him/he“ bin sondern „her/she“ und im Normalfall bekommt man die eine Antwort im Sinne von „POIDH/Pics or it didnt happen!“ oder „there are no woman in the interwebz!“

    Irgendwie kann ich es selber kaum glauben das 40% der Computerspieler weiblich sein sollen... wenn dann nur im höchsten Maße anonym (lol, wie auch immerman dann auf die Zahl kommt hihi) OK 15-20% glaub ich gerne, was jetzt „richtige“ Computerspiele angeht (also ohne kostenlose Browsergames zum Zeit todschlagen oder Handyspiele) aber gut möglich das 40% Frauenanteil auch die „Kram“spiele mit einbezieht.

    Man wird als Frau auch total komisch von anderen angeguckt wenn man sagt man spielt Computerspiele.. ist mir mal aufgefallen. Was ist denn am Computerspielen anders als "Wenn ich Abends heimkomm guck ich Grey's Anatomy"?

    Ich spiele selber Konsolenspiele (meist Rollenspiele) und seit über 5 Jahren FFXI (MMO), mit meinem Freund zusammen. Es gibt einige Frauen dort, aber die erzählen dass nicht jedem mit dem sie etwas zusammen machen. Im Normalfall wissen es Leute die man kennt, dadurch erfahren es andere die vll. auch gerade mit in der Gruppe sind, aber deswegen rennt man nicht mit einem Schild um den Hals rum auf dem „FRAU“ steht. Ich spiele auch gern auf dem Handy spiele, aber das nur wenn ich z.B. im Zug unterwegs bin und grad kein Bock auf lesen hab :) Ok.. ich hab uch ein paar dieser Browsergames gespielt (den ganzen Kram halt :D ) aber nunja.. ganz ehrlich das war meine Beschäftigung wenn ich im MMO auf Leute gewartet hab XD aber solche Spiele werden so schnell langweilig und nervig.. aber das ist wohl das Spielprinzip

    Also kurz.. ich bin weiblich, spiele nicht-kramspiele (und Kramspiele wenn mir grad keine andere Möglichkeit bleibt) aber deswegen muss ich das doch nicht jedem im Internet mitteilen, man glaubt es einem ja eh nicht^^ Wenn ich irgendwo poste, dann eigentlich ohne Bezug auf mein Geschlecht (außer eventuell mein Nickname/Name)

    AntwortenLöschen
  6. Auch ich könnte meinen ellenlangen Kommentar abgeben, aber das wesentliche wurde bereits ausführlich gesagt. Ich bin weiblich, liebe Videospiele, mehr das Thema an sich, als das Zocken selber, betreibe einen kleinen Laden für RETRO-Videospiele, schreibe einen gut frequentierten Blog und engagiere mich in der örtlichen Nerdszene, in der ich als Frau zum Glück nicht alleine bin. Trotzdem habe ich oft das Problem, nicht ernst genommen zu werden, mich mehr beweisen zu müssen, als meine männlichen Kollegen. Von ihnen wird von vornherein angenommen, dass sie sich mit der Materie auskennen, während ich erst in langen, anstrengenden Gesprächen auf die gleiche Respektsebene gelangen kann. Bestes Beispiel ist dabei immer mein Laden: Meistens bin ich mit meinem Mann, der für Computerhardware und Technik außerhalb des Gamessektors verantwortlich ist und sich weder mit meinem Bereich, noch Games an sich sonderlich gut auskennt, gemeinsam da. Von ihm wird sofort angenommen, er sei der Chef, wisse über alles Bescheid und könne helfen, ich werde oft auch nach Blickkontakt und der Frage, ob ich helfen könne, ignoriert. Das geht soweit, dass in meine Richtung abgewunken wird, obwohl mein Mann gerade beschäftigt ist und ich die den Kunden angesprochen habe.
    Oft tut das weh, vor allem, wenn ich dann das Gespräch mitanhören muss, in dem beide Parteien aneinander vorbeireden, Unwahrheiten verbreiten und am Ende doch beide zufrieden sind, einfach, weil sie wohl labern konnten. Frustrierend.
    Hier mein Blog, falls du mal Lust hast, eine weibliche Seite zu lesen: www.dragoncat.blog.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi nochmal, auch dir danke für die interessante Antwort! Ich glaube du hast wirklich einen wichtigen Punkt angesprochen. Das "nicht ernst genommen" werden. Oft läuft es sehr subtil ab und wer gibt schon gerne zu, dass andere einen nicht ernst nehmen. Man will schließlich auch keinen Vertrauensbonus haben, NUR weil man eine Frau ist. Doch von Vertrauensbonus kann eben keine Rede sein, eher ist die Erwartungshaltung bezüglich Wissen/Interesse/weißderGeier sehr niedrig. Und oft darf man es sich richtigehend erarbeiten, überhaupt auf einer Stufe mit einem Mann angesehen zu werden. Es gibt wirklich Ausnahmen und gefühlt werden diese auch immer mehr, aber ich würde sagen ich erlebe ebenfalls täglich, wie ich als Frau in Bezug auf mein Wissen zu technischen Dingen geringgeschätzt werde. Und so bleibt einem wirklich oft nur der Weg, entweder als Frau aggressiver zu werden, um überhaupt wahrgenommen zu werden, oder im Stillen vor sich hinzubrüten. Sehr schade. Und danke für den Bloglink, finde die Seite und euren Laden wirklich sehr spannend! :)

      Löschen
  7. Also besonders in der deutschen Warhammer Online Community waren die Frauen doch sehr sehr aktiv. Zumindest wenn man bedenkt, dass es in dem Spiel nur eine Frauenquote von unter 10% gab. Da dort regelmäßig der komplette Server bei irgendwelchen Events im TS anwesend war sollte die Zahl auch nicht all zu abwegig sein.

    Trotzdem kenne ich mindestens 4 Blogs von Frauen die sich mit Warhammer Online befassen / befasst haben (heute spielt fast keiner mehr). Zur Hochzeit von Warhammer und der Community waren das schon eine ganze Menge wenn man bedenkt, dass das Spiel nie wirklich viele Spieler hatte. Heute, ca. ein Jahr später hat sich das alles etwas verlaufen. Einige haben sich zurück gezogen, andere haben sich neue Spiele gesucht und schreiben jetzt darüber.

    Ich glaube einfach das Problem ist bei Männern wie Frauen einfach das selbe:

    Warum sollte ich einen Blog schreiben? Wird den dann überhaupt jemand lesen? Wer interessiert sich schon für meine Meinung?

    Gibt es im Spiel eine Community die sich kennt, die freundlich ist und die zusammen hält dann ist die Hemmschwelle relativ niedrig weil man sofort Leser findet. Schreibt man aber über ein großes Spiel mit unmengen von Spielern die sich fast gar nicht kennen wird es wesentlich schwieriger Leser zu finden bzw. wird man viel schneller an Trolle geraten die das Projekt kaputt machen.

    So zumindest mein Eindruck. Heute kann ich in meinem Blog über alles schreiben was ich will, einfach weil ich einen gewissen Leserstamm habe der sich dafür interessiert. Aber als ich mit dem Blog angefangen habe hätte ich das glaube nicht machen können... bzw. hätte es damals keiner gelesen.

    AntwortenLöschen
  8. 1. wahrscheinlich, weil die meisten auf facebook rumklicken und nebenbei die komischen spiele spielen oder eben eine wii haben und da irgentwas spielen.
    ich spiel aber selber kram, in form von (oldschool-) browsergames.

    2. schwachsinn.

    3. a) ich geh sehr sensibel mit meinen daten um und würde es auch wenn ich ein blog/podcast mache weiter so tun.
    mir wär auch egal was für ein geschlecht der autor hat. wo ist denn da die relevanz, wenn mir der inhalt zusagt?
    b) neu in eine bestehende gruppe zu kommen ist doch für beide geschlechter gleich schwer. wenn es eine frau schwerer haben sollte sind die anderen einfach idioten. ich mein wtf?
    ich war selber mal der hahn im korb in einer gruppe mit 3 frauen und hab wohl genauso gehandelt wie eine frau unter 3 männern.
    ich war schüchtern.
    c) zocken ist eben immer noch nicht das normalste von der welt, zumindest als frau(?)
    d) no more words triffts ziemlich genau.

    4. männer auch.
    ich häng zwar schon die meiste zeit vor dem pc/ der konsole, aber treibe trotzdem täglich(!) sport.

    man kann eben nicht genau sagen wieviele frauen in foren/blogs/bla aktiv sind und mir ist das ganze auch garnicht so wichtig. wir wissen doch alle das eine menge frauen zocken. wahrscheinlich nur nicht das was die mehrzahl der männer zockt, call of duty und der ganze quark. ;)

    männer haben einfach angst von dem vermeintlich schwächeren geschlecht platt gemacht zu werden. ^^

    ehrlich gesagt, wenn ich eine frau wär würde ich das auch nicht so offen zeigen. die wahrscheinlichkeit angemacht zu werden wär mir da zu groß oder es wird eh nicht geglaubt.

    AntwortenLöschen