... machen mittlerweile fast die Hälfte aller Computerspieler aus. Und mit fast die Hälfte meine ich 40%. Nachlesen kann man das zum Beispiel bei der esa
hier . Das sind zwar amerikanische Erhebungen, aber die übernehmen wir jetzt einfach mal für ALLE! (bin heute mal wieder aufmüpfig). Also, nachdem alle 40% der Spieler weiblich sind, stellt sich mir und vielleicht auch anderen die Frage, warum sind diese Spielerinnen scheinbar weniger aktiv bezüglich Blogs, Podcasts, Medienkonsum zu Games, besuchen weniger Spielemessen etc. Zumindest stellte mir diese, oder eine ähnliche grob irgendwie aus dem Zusammenhang gerissene Frage, ein freundlicher Podcaster. Der suchte etwas verzweifelt eine arme weibliche Seele, die sich erbarmen würde über ein Spiel zu podcasten.
Da sich keine andere fand Aufgrund meiner überwältigenden Eloquenz wurde ich
trotzdem selbstverständlich
eingeladen.
Warum mischen Frauen so wenig bei Computerspielthemen mit?
Ich sag euch eins:
Ich weiß es nicht!
(ich bitte euch, das ist ein Blog, was denn sonst?)
Aber ich habe Vermutungen...
1. These:
Frauen spielen mehr Kram.
Kram wäre für mich das ganze Handy und Facebook Zeugs, Farmeramarara hier und CityVille da. Möchte man darüber wirklich mehr in Zeitschriften/Podcasts/Blogs erfahren? Berührt es einen wirklich so sehr, dass man darüber gerne sprechen möchte? Die Antwort ist suggestiv also spare ich sie mir.
Ich meine mich zu erinnern, dass bei den Sims der Spielerinnenanteil sogar bei 60% liegt, vielleicht ließe sich zu diesem Spiel eher die weibliche Mitteilungswut hervorlocken.
Ob dem wirklich so ist, dass Frauen mehr Kram spielen? Bitte her mit den Studien, Interviews und Umfragen! (Kenne keine Links und
bin zu faul um länger als 4 Minuten zu suchen freue mich über Infos)
2. These:
Frauen konsumieren, Männer agieren
Allein die These macht schon wütend oder? Immer diese blöden Spaltungen, Männer sind ja so und so und Frauen sind ja so und so. Die augenscheinlichen Geschlechterdifferenzen können sicherlich nicht im inneren Wesenskern des Menschen festgemacht werden, dafür sind die Unterschiede zwischen Gesellschaften, Kulturen und den einzelnen Generationen einfach zu groß. Natürlich gibt es einige biologische Unterschiede, die sich zwangsläufig auch auf das Verhalten auswirken wie z.B. der Hormonspiegel, der sich bezüglich Testosteron auf der einen Seite und PMS auf der anderen Seite einfach nicht schönreden lässt. Echt nicht... Lässt Testosteron also Männer podcasten? Natürlich quatsch. Ich glaube dennoch, dass Männer in Bezug auf ihren Medienkonsum (TV+Spiele) mehr agieren, sprich Rezensionen verfassen und sich untereinander austauschen, aber das liegt sicher nicht im Wesen "des Mannes" oder "der Frau" (oder glaubt ihr, Männer haben ein größeres Mitteilungsbedürfnis?), sondern an der Sperrigkeit der Kommunikationsmedien. Führt mich zu These 3, in der das Internet die Schuld hat.
3. These:
Internet ist schuld.
a)
Privatheit
Simpel: die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann wegen seines Blogs und der Veröffentlichung seines Profilfotos blöd angemacht wird, ist einfach geringer. Frauen (wüste Behauptung) gehen viel sensibler mit ihren privaten Daten um. Die Hemmschwelle einen Blog einzurichten ist größer. Stark anonymisierte Blogs hingegen kommen bei weitem nicht so gut an, wie Blogs mit echten "Profilen".
b)
Grüppchen
Auch am Internet geht die Grüppchenbildung nicht vorbei. Twitter, Facebook, Blogs, oftmals sind es immer die selben, die Kommentare posten und mitmischen. Dann wiederrum die selben, die die Artikel verfassen und wieder von den selben kommentiert werden. "Mann + ~2 Frauen" kennen sich untereinander, gehen auch mal auf den anderen ein, etc. Ich gehe einfach mal von meinem sehr begrenzten Wissen bezüglich Gamingseiten aus. Ich recherchiere nicht stundenlang im Internet nach neuen Seiten/Blogs und informiere mich auch nicht stündlich über die Blogger- oder Podcastszene. Habe da so meine paar Lieblinge, beobachte aber auf allen Seiten die selben Phänomene. Ich denke die Hemmschwelle da einfach mitzumischen ist groß. Man merkt das "Eingeschworene" an jeder Ecke. Bei den Podcastern oft die selben in wechselnden Zusammensetzungen, zwar wird schon regelmäßig jemand neues eingeladen, aber dass es eine Frau ist, ist wie in diesem löblichen Fall wirklich sehr selten (nehme Beweise für das Gegenteil sehr gerne entgegen). Ich attestiere jetzt einfach Männern im großen und ganzen eine geringere Hemmschwelle bezüglich "auf neue Menschen zugehen" als Frauen. (übrigens
hier ein interessanter Artikel von Antje Schrupp "Das Märchen von den schüchternen Frauen") Ich denke dennoch, die Männer haben es unter Männern einfacher, ihren Senf abzugeben als Frauen. Selbst ich, als im Wesen zwar wirklich schüchterne Person, bei bestimmten Themen aber überraschend extrovertierte Labertasche, habe da arge Schwierigkeiten.
c)
Anmachproblematik
Heute mal aus der anderen Perspektive: Stelle es mir für einen Mann schwer vor, auf eine Frau zuzugehen und zu sagen: "Ah, du interessiert dich für Games, kannst du was? Dann schreib mal was, sag mal was, erzähl doch mal." Einfach aus dem Grunde, weil SIE denken könnte, sie wird vielleicht schräg von der Seite angemacht. Und was mag die Freundin dieses armen Tors denken? "Baggert der da etwa Tussies an?" Vielleicht (!) nicht immer einfach.
Und die Frauenperspektive? Sehe ich weniger Probleme, aber bin da auch wirklich abgehärtet mit den Jahren. Bin keine 20 mehr, verheiratet, habe Familie und meine MMO Zeiten sind vorbei. Als ich 2000 mit MMO´s angefangen habe, war es wirklich noch etwas "schlimmer".Wie es für eine 20 jährige wohl jetzt sein muss? Bist du 20 und weiblich, schreib mir mal wie das so ist :)
d)
Trollgefahr
(no more words)
4. These:
Frauen haben auch andere Hobbies
Vielleicht die Hauptthese? Ich glaube, Frauen spielen weniger exzessiv, interessieren sich neben der Ballerei auch für anderes. Oder von wie vielen Mädels im Teeniealter habt ihr gehört, die sich regelmäßig (!) untereinander treffen um bei der Kumpelin COD oder xyz zu spielen? Glaube es scheitert auch allein daran, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ihre beste Freundin Battlefield 3 spielt, einfach geringer ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie lieber shoppen geht als Hobby, ist größer. Und das hat nichts damit zu tun, dass Frauen weniger leidenschaftlich spielen würden! Auch ich bin nachts um 4 Uhr aufgestanden um Hibernia zu verteidigen oder blindlings in Midgard in meinen digitalen Tod zu rennen. Aber, ich muss danach nicht stundenlang in Foren sitzen und darüber debatieren, weil in der Zeit bin ich vielleicht im Kino, bin einkaufen, und freue mich einfach auf den nächsten Nachtraid. In MMOs, in denen die Frauenquote auch wirklich hoch ist, sind die ganzen verrückten die nachts noch grinden und leveln und machen und tun: Männer. Sie betreiben es viel exzessiver, angetrieben durch den Konkurrenzgedanken? Durch Ehrgeiz? Sucht? (Irgendwann mal wirklich eine Studie gelesen, die Männern größere Suchtanfällig für Computerspiele attestierte.) Wüste Theorien, ich habe keine Ahnung!
Um die letzte These zusammenzufassen:
Ich glaube, Männer spielen Videospiele. Frauen spielen AUCH Videospiele. Habe mich auch gefragt, wie hoch wohl der Leseranteil von Frauen bei Computerspielzeitschriften wie Gamestar ist. Habe per Twitter bei GS mal kurz angefragt, aber leider gar keine Antwort bekommen. Ob sie es nicht wissen oder einfach nicht sagen wollen: Keine Ahnung. Schade, auch hier
war ich zu faul freue ich mich über Infos! :) Vermute einfach mal, dass der prozentuale Frauenanteil geringer ist, als der tatsächliche Spielerinnenanteil von 40%. Wobei es hier auch noch interessant wäre zu unterscheiden zwischen den Käuferinnen und den Mitleserinnen, die bei Papa oder Mann/Freund einfach mal mit reinlesen in eine Computerzeitschrift. Auch ich habe mal als Mitleserin, hach damals noch Amiga Joker (erinnert sich jemand an die "Postkarten"?), angefangen.
Im übrigen habe ich den Eindruck, dass die wenigen Bloggerinnen und Redakteurinnen krampfthaft versuchen sich NICHT von den Männern abzuheben. Aus Angst vor mangelndem Respekt? Warum auch immer, aber ich find es ist eine vergebene Chance. Rezensionen/Kolumnen/etc. könnten so auch mal aus einem anderen Blickwinkel geschrieben werden.
(Eigenes Thema, artikelwürdig)
Hach und Ach, es gäbe so viel mehr dazu zu sagen, bin nur nicht sicher, ob selbst ich das Lesen wollen würde! :)
Nachtrag 06.05.12: Mir wurde per Twitter zugetragen, dass Gamersglobal
gestern eine Userumfrage veröffentlicht hat. Interessant für mich ist natürlich der Anteil der Gamersgloballeserinnen und der liegt sage und schreibe bei 3%. Autsch. GG hin oder her, ich selbst lese die Seite nicht, aber 3% sind wirklich sehr dürftig! Einerseits erstaunlich, andererseits auch traurig, dass so wenig Frauen an der Gestaltung gamesbezogener Inhalte teilnehmen, denn nur so können sie auch ihre Interessen vertreten. Wo kein Kläger, da kein Richter. Leider auch bezogen auf extremen Sexismus in Spielen, um mal ein Beispiel zu nennen.
ENDE!
Disclaimer: Wie ihr unschwer gemerkt habt, handelt es sich hierbei um wilde (Verschwörungs-)Theorien, meine offenen Gefühle und Gedanken. Habe versucht etwas zu systematisieren und bin doch gescheitert. Habe noch einige Thesen mehr, aber langsam artet das aus.
PS: Solltest du dich an dem Wörtchen "ich" in Blogs stören...
PPS: Mein Lieblingsblog ist übrigens
Polyneux.